Hygiene ABC

Hygiene ABC

 

 

AEROGENE ÜBERTRAGUNG

Aerogen bedeutet »auf dem Luftweg« oder »über die Luft«. Der Begriff wird in der Medizin im Zusammenhang mit luftübertragenen Infektionen benutzt.

ALDEHYDE

Alkohol, dem Wasserstoff entzogen wurde. Desinfektionswirkstoff auf organischer Basis. In diese Gruppe gehören das Formaldehyd und das Glutaraldehyd. Die Nachteile von Formaldehyd sind der scharfe Geruch und die sehr hohe Toxizität.

ALKALISCH

Basisch, laugenhaft (pH-Wert 7–14), Gegensatz zu sauer.

ALLERGISCHE REAKTION

Unter einer Allergie versteht man eine krank machende Überreaktion des Immunsystems auf an sich harmlose Stoffe der Umgebung.

AMINDERIVATE

Als Amine bezeichnet man organische Abkömmlinge (Derivate) des Ammoniaks (NH3), bei dem ein oder mehrere Wasserstoffatome durch Alkyloder Arylgruppen ersetzt sind. Amine werden z. B. in Kombination mit quartären Ammoniumverbindungen in Desinfektionsmitteln formuliert. Amine sind oberflächenaktive Substanzen und setzen die Oberflächenspannung einer Lösung herab; dadurch besitzen sie neben ihrer bioziden Wirkung auch eine gute Reinigungsleistung.

BAKTERIZID

Mit diesem Begriff werden Substanzen gekennzeichnet, die unter definierten Bedingungen bewirken, dass Bakterien abgetötet werden und sich auch nach deren Entfernung nicht mehr vermehren können. → Sporen werden dabei meist nicht inaktiviert.

BETRIEBSQUALIFIKATION (BQ)

Technische Abnahme der Geräte (RDG, Steri usw.) mitsamt Betriebsmitteln und Umgebungsbedingungen zum Nachweis, dass die Geräte die vom Hersteller angegebene Leistung auch unter den Betriebsbedingungen vor Ort erbringen.

CE-KENNZEICHNUNG

Mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller oder EU-Importeur gemäß EUVerordnung 765/2008, dass ein Produkt den geltenden Anforderungen genügt, die in den Harmonisierungsrechtsvorschriften der Gemeinschaft über ihre Anbringung festgelegt sind. Die Kennzeichnung besteht aus dem CE-Logo, (ggf.) in Verbindung mit der vierstelligen Kennnummer der beteiligten benannten Stelle, falls diese mit der Prüfung der Konformität befasst war.

CHEMOTHERMISCH

Bei der Desinfektion ein Verfahren, bei dem die eingesetzte Prozesschemie ihre Wirkung nur unter erhöhten Temperaturen entfaltet.

CHLORHEXIDIN

Vor allem in der Zahnmedizin benutztes Antiseptikum.

DESINFEKTION

Sie tötet gezielt Mikroorganismen an und in kontaminierten Objekten ab oder reduziert ihre Zahl, d. h., sie werden so geschädigt, dass vom desinfizierten Objekt keine Infektion mehr ausgehen kann. Allgemeine Anforderung ist die Verminderung der Keimzahl um 5 Zehnerpotenzen, z. B. von 1010 auf 105.

ENDOTOXIN

Bestandteile der Zellwand von gramnegativen Bakterien, die beim Bakterienstoffwechsel und bei Auflösung des Bakteriums durch Antibiotika freigesetzt werden und eine heftige Immunreaktion hervorrufen.

ENTEROBACTERIACEAE

Enterobakterien; der Name leitet sich von griechisch Enteron (Darm) ab, weil viele von ihnen typische Darmbewohner und Teil der gesunden Darmflora von Menschen und Tieren sind; sie kommen jedoch auch überall in der Umwelt vor (Boden, Wasser). Einige sind Krankheitserreger bei Mensch und Tier. Sie kommen vielfach als nosokomiale Erreger. Der wichtigste Vertreter der Enterobakterien ist Escherichia coli.

ENTEROKOKKEN

Enterokokken wurden ursprünglich als Streptokokken der Serogruppe D[2] eingeordnet, später jedoch als eigene Gattung von den Streptokokken abgetrennt. Einige Enterokokken-Stämme (insbesondere bestimmte E.-faecalis-Stämme) können bei Menschen, deren Immunsystem stark geschwächt ist, Infektionen auslösen. Enterokokken werden auch als Erreger zum Teil schwerer nosokomialer Infektionen isoliert. Sie sind vor allem als Ursache für Harnwegsinfekte, Sepsis und Endokarditis zu finden.

ENTHEMMERSUBSTANZEN

Inaktivierungssubstanzen, auch Enthemmer genannt, sind solche Wirkstoffe, welche die desinfizierenden Wirkstoffe neutralisieren.

ENZYMATISCHE REINIGER

Ein Enzym, früher Ferment, ist ein Stoff, der eine oder mehrere biochemische Reaktionen katalysieren kann. Fast alle Enzyme sind Proteine. Enzymatische Reiniger entwickeln ihre höchste Enzymaktivität häufig bei niedrigeren Temperaturen um 40 °C und werden gern bei der Aufbereitung von englumigem Instrumentarium, bei Instrumentarium mit beweglichen Teilen wie Zangen und bei empfindlichen Materialien eingesetzt. Enzymatische Reiniger sind keine Desinfektionsmittel, keine gefährlichen Zubereitungen im Sinne der Gefahrstoffverordnung und frei von luftbelastenden Stoffen.

EVIDENZBASIERT

Auf der Grundlage empirisch nachgewiesener Wirksamkeit.

EVIDENZKATEGORIEN

Kategorien von 1A bis IV, die die KRINKO zu vielen ihrer Empfehlungen definiert, um deutlich zu machen, wie sehr eine bestimmte Empfehlung sich auf empirische Erkenntnisse stützt. Beispiel »Kategorie IA: nachdrückliche Empfehlung für alle Krankenhäuser. Die Empfehlungen basieren auf gut konzipierten experimentellen oder epidemiologischen Studien.« Dagegen z. B. »Kategorie III: keine Empfehlung oder ungelöste Fragen. Maßnahmen, über deren Wirksamkeit nur unzureichende Hinweise vorliegen oder bislang kein Konsens besteht.« Kategorie IV wird rechtlichen Vorgaben zugeordnet.

FAKULTATIV PATHOGENE MIKROORGANISMEN

Mikroorganismen, die nur unter bestimmten Umständen krankheitserregend sind.

FIXIERENDE WIRKUNG

Organischer Schmutz (Proteine) wird durch reine Hitzeeinwirkung oder bestimmte Wirkstoffe (Aldehyde) u. U. auf der zu behandelnden Oberfläche fixiert, also fest gebunden. Derart fixierte Verschmutzungen bieten Erregern u. U. Schutz vor sicherer Desinfektion oder Sterilisation.

FUNGIZID

so wird ein chemischer oder biologischer Wirkstoff bezeichnet, der Pilze und/oder ihre Sporen abtötet oder ihr Wachstum für die Zeit seiner Wirksamkeit verhindert.

GLUTARALDEHYD

Korrekter als 1,5-Pentandial bezeichnet, ist eine farblose und bei Raumtemperatur flüssige chemische Verbindung mit einem scharfen, unangenehmen Geruch. Glutaraldehyd taucht als Zwischenprodukt im industriellen Herstellungsprozess einiger Chemikalien auf und wird eingesetzt, um medizinische und dentale Gerätschaften zu desinfizieren.

H2O2 (Wasserstoffperoxid)

Wasserstoffperoxid, eine blassblaue, in verdünnter Form farblose, weitgehend stabile Flüssigverbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Beim H2O2-Plasmaverfahren wird Wasserstoffperoxid als Prozesschemikalie verwendet. Besonders bei thermolabilen Produkten bietet seine Verwendung Vorteile gegenüber der Dampfsterilisation, da bei Raumtemperatur Wasserstoffperoxid bis zu einem Druck von 11 mbar verdampft wird. 

Die Technologie basiert auf standardisiertem Wasserstoffperoxid, der einfachsten Form eines antimikrobiellen Oxidationsmittels, die nur aus Wasserstoff und Sauerstoff besteht. Die starke Oxidationswirkung der Substanz ist schon lange dafür bekannt, Krankheitserreger abzutöten, ohne gefährlich für den Anwender oder die Umwelt zu sein. Allerdings sind normalerweise zur Erreichung der Desinfektionswirkung gemäß Europäischer Normen hohe Konzentrationen erforderlich, die von Natur aus instabil sind.

Hi-speed H2O2 TM (Wasserstoffperoxid)

Die speziellen pflanzenbasierten Tenside in den auf Hi-speed H2O2™ basierenden Produkten ermöglichen es dem Wasserstoffperoxid in diesen Formulierungen, schneller und effektiver in Mikroorganismen einzudringen als das normale Wasserstoffperoxid. Aus diesem Grund sind zur Desinfektion nur geringe Mengen an Wasserstoffperoxid (abhängig vom Produkt 1 – 1,5 %) erforderlich.

Bei der Anwendung stellt Hi-speed H2O2™ in den Produkten eine sofortige Desinfektionswirkung sicher, bevor sie sich zu Wasser und Sauerstoff zersetzen, ohne aktive Rückstände auf der Oberfläche zu hinterlassen. Da die Produkte auch als wirksame Reiniger formuliert wurden, ist eine vorherige Reinigung der Oberfläche nicht erforderlich, wenn diese optisch sauber ist.

Des Weiteren unterstützen geringe Mengen an natürlichen Säuren die Stabilisierung der Formulierungen.

IATROGENE ÜBERTRAGUNG

Als iatrogen (altgriechisch »vom Arzt erzeugt«) werden Infektionen bezeichnet, die durch ärztliche Maßnahmen verursacht wurden, unabhängig davon, ob sie nach Stand der ärztlichen Kunst vermeidbar oder unvermeidbar waren.

INAKTIVIERUNG

Unter Inaktivierung versteht man den Verlust der Infektiosität von Viren oder Prionen durch die Einwirkung verschiedener Substanzen, Hitze oder Strahlung. Da man bei Viren/Prionen nicht die Begriffe »keimfrei« oder »abgetötet« anwenden kann (sie sind weder Keime noch selbständig lebende Organismen), hat sich der Begriff der Inaktivierung etabliert.

INFEKTION

Die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus.

INKUBATIONSZEIT

Zeitspanne zwischen der Infektion (Eintritt der Erreger in den Organismus) und dem Auftreten erster Krankheitssymptome

INSTALLATIONSQUALIFIKATION (IQ)

Erster Schritt bei der Validierung von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten: Die IQ bestätigt, dass sie der Spezifikation entsprechend bereitgestellt und installiert sind. Irritationen, chemische Reizung, z. B. Hautreizung. Sie zeigt sich als Entzündungsreaktion mit lokaler Hyperämie ohne Gewebsdefekt, durch Einwirkung chemischer Substanzen.

ISOPROPANOL

Auch 2-Propanol oder Isopropylalkohol, ist der einfachste nicht zyklische, sekundäre Alkohol. Eine farblose, leicht flüchtige und brennbare Flüssigkeit, die einen leicht süßlichen, bei stärkerem Einatmen stechenden Geruch, besitzt – dieser ist charakteristisch und erinnert an Krankenhäuser und Arztpraxen, da Isopropanol Bestandteil vieler Desinfektionsmittel ist.

KONTAMINATION, KONTAMINIERT

Die Verunreinigung von Medizinprodukten im Laufe ihres Gebrauchs, etwa durch Blut, Gewebe, Körperflüssigkeiten, Mikroorganismen oder andere gesundheitsschädliche Substanzen.

KORROSION

Begriff aus der Chemie. Eisen, Stahl und andere Metalle werden durch Sauerstoff, Säuren und Laugen (chemische Einflüsse) geschädigt. Korrosion ist ein Zersetzungsprozess an der Oberfläche, der zur völligen Zerstörung führen kann. Eisen z. B. rostet. Sauerstoff und Feuchtigkeit bewirken, dass Stoffe schneller korrodieren.

KREUZKONTAMINATION

Mikroorganismen werden von einem Arbeitsort oder von kontaminierten Materialien auf die Reinzone bzw. gereinigten/sterilisierten Artikel übertragen (durch Hände, Materialien, Arbeitsmittel).

LATEXSENSIBILISIERUNG

Bei Vorliegen einer Sensibilisierung hat der Organismus nach dem Erstkontakt mit einem Fremdstoff (hier: Latex) eine fehlgeleitete spezifische Immunantwort aufgebaut. Bei einem erneuten Kontakt kann es dann zu einer allergischen Reaktion kommen, die sich unmerklich oder auch bis hin zum allergischen Schock manifestieren kann.

MYKOBAKTERIEN

Eine Gattung, bestehend aus ca. 100 Arten. Zu ihnen gehören Krankheitserreger des Menschen wie Mycobacterium tuberculosis (Tuberkulose) und Mycobacterium leprae (Lepra), Krankheitserreger von Tieren wie der Erreger der Rindertuberkulose (Mycobacterium bovis), aber auch freilebende Arten. Einige der normalerweise freilebenden Bakterien können unter Umständen bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem Krankheiten verursachen (pathogene nichttuberkulöse Mykobakterien).

NICHTIONISCHE TENSIDLÖSUNG

Tenside sind Substanzen, die die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit herabsetzen und die Bildung von Dispersionen ermöglichen oder unterstützen. Unter Tensiden versteht man auch waschaktive Substanzen (Detergenzien), die in Waschmitteln, Spülmitteln und Shampoos enthalten sind. In Reinigungsmitteln liegt der Tensidgehalt bei 1 bis 40 Prozent. Als nichtionische Tenside bezeichnet man solche, die keine dissoziierbaren funktionellen Gruppen enthalten und sich daher im Wasser nicht in Ionen auftrennen.

NONFERMENTER

(Auch: nicht fermentierende Bakterien) sind eine Gruppe von aeroben Bakterien, die Glukose oxidativ oder gar nicht abbauen und nicht zur Fermentation fähig sind. Diese stäbchenförmigen Bakterien können den Nasskeimen zugeordnet werden. Sie sind keine Sporenbildner. Einige Arten sind ebenfalls Krankheitserreger für den Menschen (z. B. Pseudomonas aeruginosa, die mit ca. zehn Prozent aller Krankenhausinfektionen zu den in Deutschland am häufigsten auftretenden Krankenhauskeimen gehören).

NOSOKOMIALE INFEKTION

Krankenhauserworbene Infektion. Eine Infektion mit lokalen oder systemischen Infektionszeichen als Reaktion auf das Vorhandensein von Erregern oder ihren Toxinen, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer stationären oder einer ambulanten medizinischen Maßnahme steht, soweit die Infektion nicht bereits vorher bestand.

OPPORTUNISTISCHER ERREGER

Ein Erreger, der nur aufgrund besondere Umstände zu einer Krankheit führt.

PARAFFINE

Gemisch aus gesättigten Kohlenwasserstoffen, das u. a. in Pflegeprodukten (Vaseline) und Kosmetika zum Einsatz kommt.

PARAMETER

Messgröße, z. B. Wasservolumina, Wasserdruck, Temperatur, Dosierung von Reinigungsund Desinfektionsmitteln und Einwirkzeit.

PATHOLOGISCH

Krankhaft oder krankheitsbezogen.

PCD/PROCESS CHALLENGE DEVICE

Prüfkörper, der für einen bestimmten Prozess (z. B. Sterilisation, Desinfektion) eine erhöhte Schwierigkeit darstellt; kann z. B. mit Chemo- oder Bioindikatoren versehen sein, mit denen die Prozesse zumeist »herausgefordert« werden können.

PERESSIGSÄURE

Farblose, stechend riechende Flüssigkeit, die sich chemisch von der Essigsäure ableitet und zu den Peroxycarbonsäuren (und damit zu den Peroxiden) gehört. Ihre stark oxidierende Wirkung bedingt den Einsatz als Bleichmittel und als Desinfektionsmittel (in ca. einprozentiger Konzentration) und Sterilisationsmittel.

PERORALE KONTAMINATION

Aufnahme von möglicherweise mit Krankheitserregern belastetem Blut oder Gewebe durch den Mund (z. B. durch Spritzer).

PH-WERT

Maßeinheit, mit der sich die Wasserstoffionenkonzentration einer Lösung bestimmen lässt. Sie wird angegeben als eine Zahl, die ausdrückt, in welchem Maß eine feste oder flüssige Substanz die Eigenschaften einer Säure oder Base hat. So sagt der pH-Wert aus, ob eine Lösung sauer (pH zwischen 1 und 7, z. B. Essig), neutral (pH 7, z. B. reines Wasser) oder alkalisch (pH zwischen 7 und 14, z. B. Seifenlösung) ist.

POSTEXPOSITIONSPROPHYLAXE

Maßnahmen nach möglichem Kontakt mit Erregern einer Infektionserkrankung, um deren Ausbruch zu verhindern oder deren Verlauf zumindest abzumildern. Die Maßnahmen können in einer medikamentösen Behandlung oder einer Impfung bestehen.

PRÄVALENZ

Kennzahl der Epidemiologie. Sie sagt aus, wie viele Menschen einer bestimmten Gruppe (Population) definierter Größe an einer bestimmten Krankheit erkrankt sind.

PRIONEN

Kleinste, proteinhaltige infektiöse Partikel, die sich von Viren und Bakterien unterscheiden. Sie bestehen aus nur einem Protein mit einer dreidimensionalen Struktur und haben keine Nukleinsäure als Träger von Erbinformationen. Diese Proteine, die aus dem Gewebe mit spongiformer Enzephalopathie infizierter Menschen und Tiere isoliert wurden, werden als Krankheitsauslöser von allen BSE-verwandten Krankheiten (CJK) angesehen. Durch die Prionen werden neue umfassende Anforderungen an die ZSVA gestellt, denn sie zeichnen sich durch extrem hohe Resistenz gegenüber den sterilisierenden Faktoren Hitze, Strahlen und Gase sowie Chemikalien aus.

PROZESS

Einzelschritt der Aufbereitung, z. B. Reinigung, Desinfektion und Sterilisation von Medizinprodukten.

PSEUDOMONADEN

Gramnegative Bakteriengattung, die i. A. in feuchten Bereichen zu finden ist.

PYROGENE

Hitzebeständige Oligo-, Poly- und Lipopolysaccharide und Pyolypeptide aus apathogenen und pathogenen Bakterien.

QUATERNÄRE AMMONIUMVERBINDUNGEN

Quartäre Ammoniumverbindungen, auch QAV, sind organische Ammoniumverbindungen, bei denen alle vier Valenzen eines Stickstoffatoms organisch gebunden sind. QAV reichern sich in Zellmembranen lebender Organismen an und können so die Funktion der Zellmembran beeinträchtigen. Dank dieser Wirkung können insbesondere die kationischen Tenside auch als Desinfektionsmittel eingesetzt werden. Aufgrund ihrer Desinfektionswirkung werden sie auch zu den Bioziden gezählt.

REKONTAMINATION

Neuerliche Verschmutzung eines vorher gereinigten (und desinfizierten) Gegenstandes.

SPOREN

Als Spore bezeichnet man ein Entwicklungsstadium von Lebewesen, das ein- oder wenigzellig ist und der ungeschlechtlichen Vermehrung, der Ausbreitung, der Überdauerung oder mehreren dieser Zwecke zugleich dient und kein Gamet (keine Geschlechtszelle) ist. Sporen werden vor allem von niederen Lebewesen, z. B. von Bakterien (z. B. Bacillus und Clostridium) und Pilzen gebildet. Viele Sporen sind außerordentlich widerstandsfähig.

STERILBARRIERESYSTEM (SBS)

Laut DIN EN ISO 11607-1 »Mindestverpackung, die das Eintreten von Mikroorganismen verhindert und die aseptische Bereitstellung des Produkts am Ort der Verwendung ermöglicht«. Es handelt sich dabei z. B. um versiegelte Beutel und Schläuche, eingeschlagene Bogenware oder verschlossene Container.

STERILFILTRATION

Dabei werden Flüssigkeiten oder Gase durch einen Filter von Mikroorganismen befreit. Bei den klassischen Filtern, die z. B. für Augentropfen/ Arzneimittel verwendet werden können, kommt es lediglich zum Zurückhalten von Bakterien und Protozoen. Da die Filter Viren durchlassen, kann im eigentlichen Sinn nicht von Sterilisation gesprochen werden. Es gibt eine Ultrafiltration, die auch Viren nicht passieren lässt, dabei braucht es einen sehr hohen Filtrationsdruck, den nur technische Anlagen in der Arzneimittelherstellung erbringen können.

STERILISATION

Elimination (Abtrennung, Abtötung) aller Formen lebensfähiger Mikroorganismen inkl. Sporen sowie die Inaktivierung aller Viren, Plasmiden und DNS-Fragmente (und Prionen) in Stoffen, Zubereitungen oder an Gegenständen, sodass der Zustand »steril« erreicht wird. Die theoretische Wahrscheinlichkeit, dass sich ein lebensfähiger Mikroorganismus auf einem als »steril« bezeichneten Produkt befindet, muss kleiner als 1 in einer Million Produkten sein. Dieses Verhältnis wird als »Sterility Assurance Level (SAL)« bezeichnet, »steril« entspricht grundsätzlich einem SAL von 10-6 oder besser.

SUSPENSIONSTEST

Prüfverfahren der Europäischen Normen für die Prüfung von Desinfektionsmitteln zur Verwendung im Bereich der Humanmedizin mit dem Ziel, das Wirkungsspektrum des Prüfpräparates zu erfassen. Verdünnt wird das Prüfpräparat nicht nur mit Wasser, sondern auch mit einer organischen Belastung. Dieser Test zeigt, ob ein Produkt mit Substanzen, wie z. B. Proteinen, reagiert und seine Wirkung gegebenenfalls dadurch beeinträchtigt wird. Der Test ist quantitativ, d. h., die Reduktion der Zahl der Zielorganismen wird in log10-Faktoren ermittelt.

TENSID

(Von lat. Tension = Spannung) Sammelbegriff für alle oberflächenaktiven reinigenden Stoffe. Produkt, das speziell für den Waschvorgang ausgearbeitet worden ist. Die Waschkraft eines Produktes lässt sich mit keiner Norm messen. Die Norm EN 15883-1 beinhaltet Methoden zur (analytischen und mikrobiologischen) Einstufung der Effizienz des Wasch-/Desinfektionsgerätes.

THERMOLABIL

Nicht dampfsterilisierbar.

THERMOSTABIL

Bei 134 °C dampfsterilisierbar.

TOXISCHE REAKTION

Von griechisch Toxikon = Gift. Die Reaktion des Körpers auf bestimmte Substanzen, die in dieser Konzentration bzw. für diesen Körper giftig sind. Tracheal-Absaugset Sekret-Absaugset für die Luftröhre; hier zweckentfremdete Verwendung für die Probengewinnung.

UV-DESINFEKTION

Ultraviolette (UV) Strahlung ist eine kurzwellige, energiereiche, elektromagnetische Strahlung, die für das menschliche Auge unsichtbar ist. UV wird zur Behandlung von Wasser, Luft und Oberflächen eingesetzt. Die zunehmende Antibiotika-Resistenz krankenhausspezifischer Keime könnte dabei in naher Zukunft zu einem Revival der altbekannten Technik führen, da sich bei der UV-Desinfektion keine mutationsbedingten Resistenzen entwickeln können.

VIRUZID

Viren inaktivierend.